Intraoralscan und monolithische Restaurationen – die ideale Kombination?

PD Dr. Jan-Frederik Güth, München

22. September 2018

Der Digitale Workflow bietet bereits heute weit mehr als nur reine CAD/CAM-Fertigung dentaler Restaurationen. Mit dem intraoralen Scan erfolgt der Einstieg in die immer besser vernetzte digitale Prozesskette bereits in der Zahnärztlichen Praxis. Auf der anderen Seite herrscht Skepsis unter Praktikern und reger Diskussionsbedarf insbesondere bei Fragen nach der Genauigkeit der Scansysteme, der Alltagstauglichkeit der angeschlossenen Workflows, deren Indikationsbreite und vor allem wie die Systeme erfolgreich in die den täglichen Arbeitsablauf integriert werden können.

Parallel zur Entwicklung der Systeme und Verknüpfung einzelner Technologien, werden laufend neue dentale Materialien am Markt vorgestellt. Hierbei ist  - unabhängig von der Materialklasse - ein Trend hin zu monolithischen Restaurationen zu beobachten. Ein Grund hierfür ist sicherlich ist der gegenüber manuell verblendeten Restaurationen deutlich reduzierte Herstellungsaufwand. Allerdings will die Materialauswahl gut überlegt sein, weisen doch monolithische Restaurationen deutliche Unterschiede hinsichtlich Ihrer Festigkeit, ihrem Abrasionsverhalten, Ihren optischen Eigenschaften und somit Ihren Indikationsbereichen auf. Aufgrund der limitierten Modifikationsmöglichkeiten insbesondere hinsichtlich der Ästhetik bei der Anwendung monolithischer Restaurationen, spielen diese Eigenschaften jedoch eine erhebliche Rolle für den langfristigen Erfolg einer Restauration. Somit sind Anwender aufgefordert sich intensiv mit diesen Eigenschaften und den daraus folgenden klinischen Anwendungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen, um die Materialauswahl auf die jeweilige Situation und den Patienten maßzuschneidern.

Der Vortrag beleuchtet den aktuellen Stand der intraoralen Digitalisierung und erörtert das Potential aktueller monolithischer CAD/CAM-Materialien anhand wissenschaftlicher Fakten und klinischer Erfahrungswerte, und wägt Vorteile gegenüber den Limitationen ab.

Curriculum vitae

Privatdozent Dr. med. dent. Jan-Frederik Güth ist Leitender Oberarzt an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der LMU München. Seine Dissertation schloss er 2008 ab, es folgte ein Forschungsaufenthalt an der University of Southern California (Pascal Magne) und anschließend die Habilitation an der LMU in 2014. Er arbeitet und forscht, unter anderem in internationalen Kooperationen (USC, NDU, UFSC) in den Bereichen CAD/CAM, digitale Abformung, Genauigkeitsanalyse von Workflows, biomimetische Zahnheilkunde, monolithische Restaurationen und innovativer Werkstoffe und ist national und international als Autor und Referent stark gefragt.

2015
Ernennung zum Leitenden Oberarzt, Leitung der klinischen Studentenkurse “Prothetik I” und “Prothetik II”.
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Klinikum Innenstadt der LMU München

2014
Habilitation zum Thema: “Evaluation innovativer prothetischer Behandlungskonzepte unter Einsatz neuer Restaurationsmaterialien und der CAD/CAM-Technologie”
“Privatdozent”, Ernennung zum Oberarzt

2013
Forschungsaufenthalt an der University of Southern California,
Los Angeles, CA. Division of Restorative Sciences (chair: Dr. Sillas Duarte)
Zusammenarbeit mit PD Dr. Pascal Magne

2012
Funktionsoberarzt, Leitung des klinischen Studentenkurs “Prothetik I”
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Klinikum Innenstadt der LMU München

2011
Spezialisierung im Bereich Implantologie (DGI -Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn- Mund- und Kieferbereich e.V.)

2009
Untersucher im Projekt “Digimprint”:
„Realisierung eines 3D-Sensors zur digitalen intraoralen Erfassung von zahnärztli¬chen Präparationen (in-vivo), zur Herstellung von struktur-optimiertem Zahnersatz“
Förderung durch Bundesministerium für Bildung und Forschung:
Förderkennzeichen 13 N 9659.
Erfolgreich abgeschlossen im Dezember 2011

2008
Promotion zum Dr. med. dent.
Ludwig-Maximilians Universität München
(magna cum laude)